Volkskirche - Christuskirche

Viele, die das erste Mal von uns hören, möchten gerne wissen, was uns als Christuskirche von den Volkskirchen unterscheidet. Hier haben wir für Sie einige Bereiche aufgelistet, um Ihnen einen ersten Überblick zu gewähren.

 

Architektur

Die Kirchengebäude der Volkskirchen haben einen Kirchturm, oft noch mit installiertem Glockengeläut.

Wir haben bei unserem Kirchengebäude auf den Kirchturm verzichtet. Die Menschen unserer Zeit sind nicht mehr auf unser Glockengeläut angewiesen, um die Uhrzeit in Erfahrung zu bringen, vor Brand und Gefahr gewarnt oder zum Gottesdienstbesuch aufgefordert zu werden. Sicherlich würde man uns mit Kirchturm leichter finden - wenn man gerade in der Nähe spazieren geht. Aber viele, die sich neu orientieren, suchen eher im Internet nach einer neuen christlichen Heimat. 

Wenn man so will: In dieser Hinsicht ist diese Homepage unser Kirchturm.

 

Räumlichkeiten

Die Kirchenbauten der Volkskirche sind meist reine Gottesdiensträume. Alle anderen Veranstaltungen finden im Gemeindehaus statt. 

Bei uns sind alle Anforderungen ans kirchliche Leben in einem Gebäude integriert: Foyer, Gottesdienstraum, Still- und Kleinkindraum (mit Wickeltisch), Kindergottesdienstraum, Jugendraum (mit Sofaecke, Tischkicker und Tischtennisplatte), Café, Küche, Sanitärbereich mit Behindertentoilette, Büro und und und. Wir mögen es praktisch.

 

Einrichtung

Die Kirchenschiffe der Volkskirchen sind meist mit langen Holzbänken bestuhlt.

Bei uns gibt es für alle Gottesdienstbesucher gepolsterte Stühle, die in Reihen angeordnet sind. Sie sehen gemütlicher aus, sind zum Sitzen viel bequemer und bieten flexible Gestaltungsmöglichkeiten. Für alle, die leicht frieren: Wir haben im Gottesdienstraum eine Fußbodenheizung - die Mäntel können Sie in der Garderobe ablegen.

 

Amtskleidung

Die Pfarrer der Volkskirchen tragen traditionelle Amtskleidung, die sie als Klerus besonders heraushebt.

Im 4. Jahrhundert n.Chr. begann der Klerus sich wie gewöhnliche römische Beamte zu kleiden. Zwischen Alltags- und liturgischer Kleidung wurde damals nicht unterschieden. Der Rest der männlichen Bevölkerung begann im Laufe der Jahrhunderte Hemd und Hose zu tragen. Der liturgische Kleidungsstil des Klerus blieb jedoch derselbe, mit dem Unterschied, dass die Gewänder kostbarer und festlicher wurden.

Wir sehen keine Notwenigkeit darin, dass sich der Pastor in der Amtsmode früherer Jahrtausende kleidet. Wir sehen auch keine Erfordernis darin zwischen "profaner" und "sakraler" Kleidung zu unterscheiden oder die Erhabenheit des pastoralen Dienstes mittels spezieller Kleidung, die sich vom Rest der Bevölkerung deutlich unterscheidet und ihr verwehrt ist, hervorzuheben. Übrigens: Auch Christus und seine Apostel taten das nicht.

Im Hinblick auf die Kleidung gilt uns nur das Gebot der Anständigkeit. Unser Pastor trägt einen schlichten Anzug. Nicht "erhabene" Kleidung macht uns oder unseren Dienst vor Gott wohlgefällig, sondern ein demütiges Herz.

 

Musik

In den Volkskirchen hört man meist Orgel und Blasmusik. Bei uns hören Sie meist Klavier und Gitarre.

In den Volkskirchen hören Sie überwiegend Choräle aus früheren Jahrhunderten. Bei uns hören Sie überwiegend zeitgemäße Lieder.

In den Volkskirchen steht man beim Singen nicht auf.

Das tun die meisten Gottesdienstbesucher bei uns auch nicht. Es ist bei uns aber auch nichts Ungewöhnliches, wenn jemand zum Singen aufsteht. Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Erstens ist es bei uns erlaubt zum Gesang aufzustehen, zweitens ist es gut für den Kreislauf und drittens lässt es sich im Stehen viel besser singen als im Sitzen - das weiß jeder, der im Chor mitsingt. Viertens betrachten wir es als legitime Möglichkeit und Bereicherung empfundener Ehrfurcht vor dem allmächtigen Gott körperlich Ausdruck verleihen zu können. Das Aufstehen hat den Charakter der Ehrerbietung, ähnlich den "standing ovations" aus Begeisterung. Es darf ruhig sichtbar werden, dass Gott uns etwas bedeutet. Auch andere Empfindungen spielen natürlich eine Rolle: z.B. Dankbarkeit im Angesicht der Barmherzigkeit Gottes oder Freude über die Erlösung in Jesus Christus.

Aber wie gesagt. Man muss nicht aufstehen, man kann auch sitzen bleiben. Aber ob wir sitzen oder stehen, wenn wir singen zählt letzlich nur eines: dass unser Singen und Loben mit Freimütigkeit und Freude zur Ehre Gottes geschieht.

 

Predigt

In den Volkskirchen predigt meist der Pfarrer.

Bei uns haben alle Älteste (Bezeichnung der Mitglieder der örtlichen Kirchenleitung) die Predigterlaubnis und predigen auch regelmäßig. Die Predigten sind evangeliumsgemäß, verständlich und praxisnah. Das stärkt den Glauben!

 

Taufe

In den Volkskirchen werden Säuglinge getauft und werden damit zu Kirchenmitgliedern.

Wir erbitten den Segen Gottes ebenfalls für unsere Säuglinge und Kleinkinder (aber auch für die Eltern und alle anderen, die den Segen Gottes ernstlich erbitten. Wir erbitten den Segen Gottes sogar für diejenigen, die uns feindlich gesonnen sind, da Jesus alle Christen dazu auffordert auch feindlich gesonnene Menschen zu segnen; siehe Lukasevangelium 6,27-28). 

Aber wir taufen unsere Säuglinge und Kleinkinder nicht.

Wir bringen ihnen wohl den christlichen Glauben bei und versuchen ihnen so gut es uns gelingt unseren Glauben vorzuleben. Natürlich würden wir uns freuen, wenn sie unserem Beispiel folgen würden. Schließlich sind wir überzeugt, dass es gut für sie wäre (so wie andere Eltern auch überzeugt sind, dass ihr Leben und Beispiel für ihre Kinder das Beste ist). Aber die Entscheidung ob sie an Jesus glauben und seinen Worten folgen möchten oder nicht müssen sie selbst treffen. Ebenso die Entscheidung ob sie sich taufen lassen und als verbindliche Mitglieder zu unserer Kirchengemeinde dazugehören möchten oder nicht.  

Wir taufen daher nur Personen, die das Evangelium Jesu Christi, so wie es uns im Neuen Testament bezeugt wird, verstanden haben, zu Gott umgekehrt sind, den Worten Jesu Glauben geschenkt habenen und mit der Taufe ihren Glauben an Christus sichtbar zum Ausdruck bringen möchten.

Der Glaube muss, so sagt es die Bibel, der Taufe vorangehen, denn mit der Taufe bezeugt ein Mensch seinen Glauben an Christus und - unter anderem - seine Bereitschaft zur Gemeinde Jesu dazugehören zu wollen. Wir praktizieren daher nicht die "Kindertaufe" sondern die "Glaubenstaufe".

 

Mahlfeier

Die katholische Kirche lässt nur Katholiken zur Eucharistie zu.

Die evangelische Kirche erlaubt Katholiken und nahe zu jeder anderen Person am Abendmahl teilzunehmen, die daran teilnehmen will.

Jede Kirche trifft gemäß ihrer Überzeugung ihre eigene Entscheidung wie sie damit umgehen will. So auch wir.

Entsprechen dem Neuen Testament ist bei uns jeder bei der Mahlfeier willkommen,

  • der aufrichtig Buße getan hat und von seinen Sünden umgekehrt ist.
  • der von Herzen glaubt, dass Jesus Christus sein Herr und Erlöser geworden ist.
  • der sich aufgrund seines persönlichen Glaubens hat taufen lassen, wie Jesus es geboten und die Apostel es gelehrt und praktiziert haben und
  • der verbindlich zu einer Kirchengemeinde gehört (es muss nicht die unsrige sein).

  

Finanzen

Wer zu einer der beiden Volkskirchen gehört und Lohnsteuer an den Staat bezahlt, zahlt automatisch auch Kirchensteuer. Ob er nun überzeugter Kirchgänger ist oder nicht.

Bei uns gibt es keine Steuer. Es gibt nicht einmal einen verbindlichen Mitgliedsbeitrag. Die Christuskirche wird einzig und allein von freiwilligen Spenden getragen. Auf der einen Seite kann jeder, der die Arbeit der Christuskirche gut und unterstützenswert findet, spenden. Auf der anderen Seite sehen die festen Mitarbeiter der Christuskirche die Spenden nicht als selbstverständlich an und sind motiviert, ihr Bestes zu geben. Daher klappt dieses freiwillige System bisher sehr gut.

 

Glaubenslehre

Wenn Sie wissen möchten, was die römisch-katholische Kirche lehrt, müssen Sie den Katechismus der römisch-katholischen Kirche lesen. Der römische Katechismus legt für alle Katholiken einheitlich fest, was sie glauben sollen. Er ist, gemäß Rom, für alle Katholiken auf der ganzen Welt verbindlich.

In der evangelischen Kirche gibt es keinen Katechismus, der für alle Evangelischen verbindlich wäre. Die Freiheit zu glauben, was man möchte, ist in der evangelischen Kirche viel größer. Daher sind auch die Glaubensansichten innerhalb der evangelischen Kirche sehr breit gefächert und manchmal sogar widersprüchlich. Von konservativen bis liberalen Einstellungen ist nahezu alles zu finden. Einen ersten guten Einstieg für den interessierten Leser bietet, auch wenn er nicht für alle evangelischen Kirchen spricht, der Evangelische Gemeindekatechismus der vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche, der zumindest in Deutschland in der kürzlichen Vergangenheit eine recht passable Verbreitung und Akzeptanz gefunden hat.

Wenn Sie wissen möchten woran wir glauben müssen sie z.B. die Evangelien lesen. Wir glauben, dass alle Worte Jesu Christi wahr sind.

 

Pastoralethik

In der katholischen Kirche muss der Pfarrer zölibatär leben, d.h. er darf nicht heiraten und muss sexuell enthaltsam sein. Aber er darf eine Haushälterin haben und die Kirche bezahlt für bis zu drei Kindern Kindergeld.

In der evangelischen Kirche darf der Pfarrer verheiratet sein. Gemäß der EKD darf er aber auch unverheiratet mit seiner Partnerin im Gemeindehaus leben. Er kann auch geschieden sein oder wiederverheiratet. Er darf aber auch mit seinem homosexuellen Partner im Gemeindehaus leben. Das gleiche gilt natürlich auch für die Pfarrerinnen. Er oder sie darf also fast alles - solange die Mehrheit im Kirchenvorstand zustimmt. 

In der Christuskirche sehen wir, gemäß der Bibel, die Ehe als Bund fürs Leben zwischen einem Mann und einer Frau. Unser Pastor ist, ganz im Sinne des Schöpfers, mit seiner Frau verheiratet. Wir sind der Ansicht, dass das für das Paar und für die Kinder am besten ist.

 

Anspruch

Die orthodoxe Volkskirche meint, dass sie allein die wahre Lehre besitze.

Die katholische Volkskirche behauptet, dass sie allein die einzig seligmachende Kirche sei, außerhalb der römisch-katholischen Kirche gäbe es kein Heil (extra ecclesiam salus non est). 

Die evangelische Volkskirche hat den Anspruch, nie zu bleiben wie sie ist, sondern sich immer wieder neu zu reformieren (ecclesia semper reformanda) und, da sie Volkskirche sein will, das als Glaubenslehre zu vertreten, was das Volk glaubt.

Wir haben nicht alles Wissen. Unsere Erkenntnis ist in vielen Bereichen Stückwerk. Wir erlösen auch nicht. Der einzig selig machende Erlöser ist in unseren Augen Jesus Christus. Wir verändern uns, aber das gute, das wir bereits erreicht haben, darf bleiben. Wir haben nicht vor unseren Glauben ständig dem allgemeinen Volksglauben anzupassen. Als Christuskirche möchten wir auf die Worte Jesu Christi hören und anhand seines Vorbildes dazu lernen. Vor allen Dingen möchten wir in der Liebe zu Gott und zu unseren Nächsten wachsen. Wir mögen es vielleicht nicht immer ganz erreichen (Gott und unsere Mitmenschen mögen uns verzeihen), aber es ist zumindest unser Ziel.

 

 

Weitere Fragen?

Sie möchten gerne über weitere Bereiche oder Unterschiede Bescheid wissen? Schreiben Sie uns doch und wir ergänzen die Übersicht um Ihre Anfrage!

   
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